Ich hab mich zu Fuß auf den Weg in die Kanzlei gemacht - begleitet von Kaffeegeruch, Männern in Anzug und Frauen in Kostümen und Parisern die ihren Hund ausgeführt haben.
Ich wurde freundlich von dem Sekretär empfangen und habe meinen eigenen Schreibtisch bekommen - mit eigenem MacBook. Für mich als spießbürgerliche Microsoft Benutzerin war das nun die erste Herausforderung an diesem Tag.
Wenige Augenblicke später kam die Anwältin und hat mich begrüßt, wir haben kurz gesprochen und dann hat sie mir einen Kommentar gegeben, den ich lesen sollte. Es handelte sich dabei um eine kleine Einführung in das französische Markenrecht.
Um 13 Uhr sind wir dann los in Richtung Gericht - der Palais de Justice ist auf der île de la cité, und damit nicht weit entfernt von der Kanzlei. Ich kannte bisher den Palais de Justice nur von einer Seite - vom Boulevard du Palais aus.
Wir sind in den Eingang an der Rue de Harlay reingegangen.
Ich war wirklich nahezu sprachlos als ich dann im Gebäude war. Es war wirklich mehr als impressionnant.
Das hängt vor allem damit zusammen, dass es die ehemalige Residenz der französischen Königsfamilie war, die dann später in den Louvre und dann nach Versailles gezogen sind. Die jetzige Architektur stammt allerdings aus dem 19. Jahrhundert - genug davon. Es war sehr beeindruckend.
Einen Foto habe ich nicht mitgenommen - wir waren ja geschäftlich da (;
Wir waren bei einer Strafverhandlung in der 31. Kammer beim Tribunal Correctionnel.
Der Sitzungssaal war das krasse Gegenteil von dem im Amtsgericht in Schwäbisch Hall. Alles aus Holz, Kronleuchter, alte Tapete, hohe Decken.
Nach der Verhandlung haben wir uns noch ein paar andere Gerichtssäle angeschaut, unter anderem einen der dritten und einen der ersten Kammer - der Gerichtssaal der dritten Kammer hatte eine rote Tapete mit weißen Punkten - ganz nach meinem Geschmack.
Im Gerichtssaal der ersten Kammer, soll angeblich das Urteil gegen Marie Antoinette gesprochen worden sein hat mich am meisten beeindruckt - es war riesig, mit einer Decke bei der der Stuck golden bemalt war.
Als ich wieder in der Kanzlei war hab ich noch einen Fall gelesen und dann durfte ich nach Hause. Alles in allem ein toller Tag und ich hoffe ich kann die Anwältin noch öfters ins Gericht begleiten.
Hey, klingt Super interessant was du schreibst. Ich hoffe du lässt und auch weiterhin so ausführlich an deinen Erlebnissen teilhaben...
AntwortenLöschenAuch wenn ich mich freue wenn du wieder zurück kommst Wünsche ich die noch viele interessante Einblicke in die Justiz Frankreichs und hoffe du kommst gesund wieder am See am...
Viele liebe Grüße
Immanuel
Du bist lieb (:
AntwortenLöschenSpätestens am 22. Oktober im Berrys !!